Welche Feinsäge ist die richtige? Europäische vs. Japanische Form

Hallo Zusammen, 

 die Produktpalette in Sachen Feinsägen 
ist in den letzten Jahren stark gewachsen und bietet 
für jeden Schnitt das richtige. 
Durch die große Auswahl wird es für unerfahrene Heimwerker 
allerdings schwierig die richtige Auswahl zu treffen. 
Darum gebe ich mal einen kleinen Einblick 
in die Unterschiede der Modelle und deren jeweilige Vor- 
und Nachteile. 

Feinsäge vs. Japansäge

 

Europäische/Deutsche Feinsäge 


Feinsäge Griff gekröpft
Die klassische Form der Feinsäge,
wie sie schon lange in unseren Breitengraden
eingesetzt wird, ist vor allem recht kompakt und
robust. Da ihre Sägezähne geschränkt (also die Zähne
nicht grade nach unten ausgerichtet sind, sondern
im Wechsel leicht nach rechts und links gebogen)
sind, ist ihr Schnitt relativ breit (ca. 1-1.5mm).
Durch den breiteren Schnitt sind allerdings leichte
Korrekturen möglich, da die Säge
im Schnitt leicht gekippt werden kann.
Um die Arbeit etwas komfortabler zu gestalten
und die Sicht auf den Schnitt zu verbessern, gibt es diese Sägen auch mit
einem gekröpften Griff. Dadurch bewegt sich die Hand nicht direkt
hinter dem Blatt, sondern leicht seitlich versetzt.
Da diese Säge auf Stoß schneidet, ist ihr Sägeblattrücken in der Regel
verstärkt. Das macht sie zwar stabiler, doch begrenzt auch die Schnitttiefe.
Die Schnittrichtung im Holz ist bei dieser Säge relativ egal, da sie universell
einsetzbar ist.
Meiner Meinung nach für den Anfang eine super Wahl um Sägen zu lernen
und gut für unterwegs, oder bei etwas gröberen Einsätzen,
bei denen es etwas rauer zugeht. Außerdem ist diese Säge meist mit einer
Dreiecksfeile nachschärfbar und aus dem alten Sägeblatt
lassen sich auch super neue Zieklingen bauen :-)

Vorteile:
  • Günstig zu bekommen 
  • Stabil 
  • Universell einsetzbar 
  • Anfängerfreundlich 
  • Korrekturen möglich 
  • Kompakt 
  • Schärfbar 
Nachteile
  • Breiter, relativ grober Sägeschnitt 
  • Begrenzte Schnittiefe 
  • höherer Kraftaufwand
  • erstes Ansetzen/ Eintauchen schwierig

Japanische Feinsäge 


Japanische Feinsäge für Querholz
Seit einigen Jahren geht der Trend deutlich
zur Japanischen Form
der Feinsäge, die im Unterschied
zur Europäischen Variante auf Zug sägt,
was eine deutliche Reduktion der Sägeblattstärke
ermöglicht. Da die Zähne dieser Säge meist nicht
oder nur kaum geschränkt sind,
ist der Schnitt kaum breiter als das Sägeblatt und mit teils unter 0.5mm sehr fein.
Da hier zwischen Längsholz und Querholz unterschieden wird,
ist diese Form nicht immer so universell einsetzbar wie die klassische,
europäische Form, doch es gibt auch eine Art der Japansäge,
die beide Zahnungen auf den gegenüberliegenden Seiten des Sägeblattes
aufweist und somit auch sehr universell einsetzbar,
aber bei weitem nicht so robust ist, wie die klassische Variante
der Feinsäge. Viele dieser Sägen besitzen keinerlei Verstärkungen
am Sägeblatt, da nur beim ziehen Druck darauf ausgeübt wird.
Dadurch ist die Schnittiefe unbegrenzt, doch das dünne Sägeblatt
neigt bei falscher Benutzung auch schnell zum Knicken und ist relativ
empfindlich.
Korrekturen sind jedoch durch den feinen Schnitt kaum möglich.
Die Schnittgüte dieser Sägen ist allerdings absolut genial,
daher sind die Japanischen Feinsägen auch mein klarer Favorit!
(Zieklingen aus verbrauchten, japanischen Sägeblättern
eignen sich übrigens super für runde Oberflächen, da sie schön flexibel sind)

Vorteile 
  • Besseres Gefühl beim Eintauchen ins Holz, da auf Zug gesägt wird 
  • Sehr feiner Sägeschnitt 
  • Meist unbegrenzte Schnittiefe 
  • Geringerer Kraftaufwand beim Sägen 
  • Für jede Anwendung die optimale Zahnung 
Nachteile
  • Nicht ganz billig 
  • Nicht schärfbar 
  • Sägeblatt kann durch falschen Umgang schnell beschädigt werden 
  • Nicht jedes Modell ist universell einsetzbar 
  • Benötigt etwas mehr Übung 




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